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  Fröhlich pfeifend verliess Hauptfeldwebel Müller sein Amtszimmer, lief die Treppe zur Werkstatt hinunter und schob das Stahltor zur Seite, dann stand er im Freien und liess sich von der Morgensonne bescheinen. Instandsetzungskompanie 3/176. Dem Spiess war der Laden ans Herz gewachsen. Jeden Tag stand er vor dem Tor, wenn seine Jungs von der Unterkunft zur Werkstatt marschierten. Er hörte sie singen: "Nach der Heimat geht mein heisses Sehnen, nach der Heimat will ich wieder hin. Und sie scherzten (das letzte Drittel der Kompagnie brüllte "wohl unters Hemd ") Liebchen aber weinte….." Sie würden jetzt an der Artilleriekaserne vorbeimarschieren, an den Soldaten vorbei, die ihre Köpfe durch die Fenster steckten und lachten. Es dauerte nicht mehr lange und Unteroffizier Weissmüller führte sie in Marschformation um die Ecke.
  "Abteilung…. halt!"
  "Rechts…um!"
  "Kompanie….stillgestanden!" Hacken knallten zusammen. Es klackte ein paar Sekunden zu viel.
  Weissmüller grüsste. "Herr Hauptfeld. Kompanie ist zur Befehlsausgabe angetreten." Müller wandte sich an die Kompanie. "Guten Morgen Soldaten!" Die brüllten: "Guten Morgen, Herr Hauptfeldwebel webel webel webel!" Auch das klappt nicht, dachte Müller, aber er wars zufrieden. Schliesslich waren seine Jungs Mechaniker und keine Gardeelite.
  "Kompanie….wegtreten!" Müller blickte auf die Uhr, Hauptmann Maier, der Kompaniechef, hatte ihn in die Offiziersmesse befohlen.

soweit die Leseprobe. Weiteres in der Anthologie 'Schlag 13' des BeJot-Verlages

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