Der Tiber, il Tevere, Tiberis
Der Tiber ist mit seinen 405 Km der drittlängste Fluss in Italien nach dem Po und der Etsch, und er fließt in das Tyrrhenische Meer, westlich von Rom. Der Tiber entspringt im Apennin am Monte Fumaiolo, in Emilia-Romagna. Früher befand sich die Quelle des Tibers in der Toskana, aber Benito Mussolini verlegte die Regionsgrenze, so dass die Quelle des Flusses in seiner Geburtsregion lag, in der Emilia-Romagna. Der Tiber fließt durch Emilia-Romagna, Tooskana, Umbrien und Latium und seine wichtigsten Nebenflüße sind Chiasco, Chiani, Allia und Nera. In der Antike floss der Tiber etwa 60 Km südwestlich von der Hafenstadt Ostia ins Meer. Unter Kaiser Claudius wurde der Hafen verlegt und unter Trojan sogar bis nach Portus. Heute liegt das Meer nur noch 3 Km weit von Ostia Antica entfernt und am Hafen von Claudius liegt nun der Flughafen “Da Vinci”.
Der Sage nach wurde der Tiber nach dem 9. König von Rom, Alba Longa, benannt, da er in diesem Fluss ertrunken ist. Der Legende nach wurde Romulus, der Gründer Roms, mit seinem Zwillingsbruder Remus in einem Körbchen auf dem Tiber ausgesetzt und zu Füßen des Palatins von einer Wölfin gesäugt. Die beiden wurden später vom Hirten Faustulus gefunden und aufgezogen.
Früher fuhren vom Hafen von Ostia, und später von Portus, beladene Schiffe aufwärts nach Rom. Diese Fahrt dauerte 10 Tage und in der Mitte befand sich der Hafen von “Mezzo Cammino”, wo sich die Verkaufer ausruhen konnten. Die Scherben von den Amphoren, die im römischen Flusshafen bei Porta Portese zerbrochen sind, wurden jahrhundertland auf einem Hügel gesammelt, auf Monte Testaccio, und heute ist er immer noch 40 Meter hoch. Viele Reste von den Amphoren kann man auch lang a Tiber noch finden, im besonderen nach den es viel geregnet hat. Am 27. Oktober 312 besigte Kaiser Konstantin I seinen Rivalen Maxentius, da dieser mit seiner schweren Rüstung von Pons Milvius in den Tiber stürzte und ertrank. Die danach neuerrichtete Brücke ist heute noch in Teile erhalten und die Begebenheit Konstantins Siegs wurde sogar auf dem Konstantinsbogen in Rom dargestellt, da sie entscheidend für den Aufstieg des Christentums war. 1612 eröffnete Papst Paul V den Kanal aus der Zeit Trajans wieder, der Fluss, Meer, und den Hafen von Portus miteinander verband, und er existiert heute noch. Der Tiber brachte immer Überschwemmungen mit sich und nach der besonders schlimmen von 1870 wurde er 1876 in einen tiefen Kanal gebettet und also als Wasserader abgeschnitten. Heute saniert man den Tiber und man versucht ihn als Lebensnerv der Stadt wiederzugewinnen.
Judith Schober, IV A Linguistico Brocca "Vincenzo Arangio Ruiz"