Die Milvische Brücke
Die Milvische Brücke ist eine auf
die Antike zurückgehende Brücke, die den
Tiber in Rom überspannt. Sie liegt in einer geraden Verlängerung der Via
Flaminia vom Forum Romanum und der Piazza del Popolo im Norden von Rom.
Bekannt ist die Brücke durch die dort 312 ausgetragene Schlacht bei der
Milvischen Brücke.
Erbaut wurde sie 207 v. Chr. als Holzbrücke mit den Namen Pons Milvius, da
der erste Erbauer der gens Milvia angehörte. Die Brücke wurde im Mittelalter beschädigt und ist
als
"ponte mollo" bekannt. Papst Martin V (1429) beauftragte den Architekten
Francesco Genazzano, die Brücke zu reparieren.
Papst Pius VII. Chiaramonti (1800-1823) beauftragte den Architekten Giuseppe
Valadier, den Entwurf der Brücke zu ändern. Im Jahr 1849 wurde sie von
Garibaldi mit der Absicht teilweise zerstört, sich dem französischen Angriff zu
widersetzen und später durch Papst Pius IX. Feretti 1846-1878 von Franzesco
Azzurri erneuert. Die letzten kriegerischen Auseinandersetzungen an der
Brücke enden mit dem Zweiten Weltkrieg. Den ganzen Verkehr mit schweren
Panzerwagen hat sie überstanden, ein hervorragendes Zeugnis für die römische
Brückenbaukunst.
Die Brücke ist 136 m lang und 8,75 m breit. Von den vier mittleren Bögen
sind zwei original römisch und zwei teilweise antik. Die Bögen zwei und drei
sind mit weißem Travertin verkleidet. Die vier zentralen Bögen haben ca. 18
m lichte Öffnung, während die Endöffnungen 9 m weit sind. Diese hatten
hölzerne Überbauten und wurden erst in neuerer Zeit mit Ziegelgewölben
ersetzt.Die Travertinverkleidung ist im Bereich des Niedrigwassers solide mit
Läufern und Bindern abwechselnd im Verband gebaut, während im oberen Bereich
nur eine Steinreihe vorhanden ist. Die Gewölbe zwei und drei sind noch der
Antike aus dem Jahre 109 v. Chr. zuzuschreiben. Gewölbe vier besteht ganz
aus Ziegelsteinen, Gewölbe fünf hat nur im oberen Bereich Mauerwerk. Dies
ist den Reparaturarbeiten aus der Zeit des Papstes Nikolaus V. im Jahr 1458
zuzuschreiben.In den Pfeilern befinden sich Flutöffnungen in unterschiedlichen
Abmessungen.
Seit einiger Zeit ist es Brauch der Jungverliebten, ein Vorhängeschloss an
der zentralen Brückenlaterne der Milvischen Brücke anzubringen und
anschließend den Schlüssel in den Tiber zu werfen. Für die Verliebten bedeutet
dies, dass ihre Liebe in Zukunft von niemandem auseinandergebracht werden kann.
Vermutlich wurde dieser Brauch von den Absolventen der Sanitätsakademie San
Giorgio initiiert, die nach dem Ende Ihrer Ausbildung die Vorhängeschlösser der
Umkleideschränke an der Brückenlaterne befestigten. Dieser Brauch wurde dann von
den Verliebten übernommen. Besondere Popularität erlangte diese
Tradition nach dem Erscheinen des Buches "Ich habe Verlangen nach Dir" von
Federico Moccia. Die zwei Hauptpersonen der Erzählung schwören sich ewige
Liebe am zentralen Mast der Brücke, während sie das Vorhängeschloss schließen.
Der Brauch wird auch an der Alten Brücke (Ponte Vecchio) in Florenz gepflegt,
wobei die Vorhängeschlösser am Gitter des Monumentes von Benvenuto Cellini
angebracht werden.
Diletta Nannicini, 4. A Linguistico Brocca ITS "Vincenzo Arangio Ruiz"